Am 22. und 23. August 2026 fand in Geyer der Schmiedetag der Fachgruppe Metallgestaltung Sachsen statt. Bereits am Freitag reisten die ersten Schmiedefreunde an – begleitet von strömendem Regen. Das Wetter konnte der Veranstaltung jedoch nichts anhaben. Umso erfreulicher war es zu sehen, dass sich niemand von den widrigen Bedingungen abschrecken ließ.
Die gemeinsame Haltung war schnell klar: Wir ziehen das durch.
Beim Aufbau packten alle Beteiligten mit an. Dank der vielen helfenden Hände gingen die Vorbereitungen sprichwörtlich Hand in Hand und waren schnell und unkompliziert erledigt.
Der Samstag begann mit der Eröffnung und verschiedenen Fachvorträgen durch Fachgruppenleiter Jörg Koch. Anschließend stellte Obermeister Lutz Müller die Schmiedefreunde Sachsen vor und präsentierte deren, mit viel Engagement und Liebe zum Detail aufgebauten, Schmiedetraktor.
Ein weiterer fachlicher Höhepunkt war die Vorstellung der beiden Erstplatzierten des Landesausscheids der Metallgestalter 2026. Beide Gesellenstücke waren für die Teilnahme am Wettbewerb „Die Gute Form“ eingereicht worden: ein rund zwei Meter hohes, geschmiedetes Kreuz sowie eine kunstvoll gefertigte Außenleuchte. Die Stücke wurden im Rahmen des Schmiedetages von einer Jury bewertet und für den Wettbewerb „Die Gute Form“ empfohlen.
Besonders interessant und lehrreich war die anschließende Betriebsführung bei Stahl- und Metallbau Lippmann GmbH. Die Teilnehmer erhielten einen umfassenden Einblick in den Betrieb, die Arbeitsabläufe und die tägliche Praxis des Metallbaus. Die Führung war nicht nur fachlich aufschlussreich, sondern vermittelte auch einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit und den vielfältigen Möglichkeiten eines modernen Metallbaubetriebes.
Ein besonderer Höhepunkt des Tages war die Übergabe eines Nagelbaumes an Knut Lippmann. Im Laufe des Abends wurde dieser von nahezu allen Teilnehmern mit selbst geschmiedeten Nägeln bestückt. So entstand im Laufe der Veranstaltung ein sichtbares Zeichen der Gemeinschaft und gleichzeitig eine bleibende Erinnerung an den Schmiedetag.
Zu später Stunde kam es noch zu einem besonderen spontanen Programmpunkt: Die beiden Jungschmiede und Gewinner des Landesausscheids ließen gemeinsam mit erfahrenen Altmeistern als Zuschlägern unter drei Hämmern das Schmiedefeuer noch einmal aufleben. Dabei entstanden zwei besonders anschauliche Schmiedenägel für den neuen Nagelbaum. Die spontane Aktion zeigte einmal mehr, dass das Schmiedehandwerk von der Weitergabe von Erfahrung und Können über Generationen hinweg lebt.
Der Schmiedetag erwies sich insgesamt als äußerst gelungene Veranstaltung. Fachlicher Austausch, praktisches Handwerk, Geselligkeit und die Begegnung von Jung und Alt standen gleichermaßen im Mittelpunkt. Die große Beteiligung und die positive Stimmung lassen durchaus hoffen, dass aus dem Schmiedetag eine feste Tradition der Fachgruppe Metallgestaltung Sachsen entstehen kann.
Auch der Abbau am Sonntag verlief reibungslos und wiederum Hand in Hand. Allen Beteiligten gilt daher ein herzlicher Dank für ihren Einsatz und ihre Unterstützung.
Ein besonderer Dank geht an die Geschäftsstelle des Fachverbandes Metall Sachsen für die Vorbereitungsarbeiten, an Knut Lippmann für seine Gastfreundschaft und die Möglichkeit, den Betrieb kennenzulernen, sowie an die Gaststätte und Pension Waldschänke in Geyer, die den Schmiedefreunden einen passenden Rahmen für Unterkunft und geselliges Beisammensein bot.
Der Schmiedetag 2026 hat damit eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn viele engagierte Menschen gemeinsam anpacken – ob am Schmiedefeuer oder beim anschließenden geselligen Beisammensein.
Jörg Koch
Fachgruppenleiter Metallgestaltung Sachsen