Ein Blick in die traditionsreiche Geschichte des Schlosserhandwerks:

Katzenkopf „Stück davon“

Viele Meister im Schlosser- und Maschinenbauhandwerk kennen das alte Verbandsabzeichen, das kleine Vorhangschloss, durch dessen Bügel ein Katzenkopf hervorschaut, auf dem unteren Rand stehen die Worte „Stück davon!“.

In der Blütezeit des deutschen Handwerks, als es noch keine Schlossindustrie gab, war die Anfertigung von Schlössern aller Art ein Hauptarbeitsgebiet der Schlosser – von dieser Tätigkeit her führen wir unsere Berufsbezeichnung „Schlosser“.

Damals wurden jene großen Truhen und Kästen aus Eichenholz oder anderen edlen Hölzern hergestellt, deren kunstvoll aus Eisen geschmiedete oder aus Messing oder Kupfer ausgehauene Beschläge wir noch heute bewundern. Für diese Truhen mit dem Klappdeckel wurde ein Schloss vom Schlosser gebaut, dass man „Katzenkopfschloss“ nannte. Diese Bezeichnung hat sich bei zünftigen Schlossern bis auf den heutigen Tag erhalten. In der Werkstattsprache nennt man ein solches Schloss „Katzenkopf“. Solche Truhenschlösser wurden damals derart viel gebaut, dass sie den Schlossern die Zunftbezeichnung „Katzenkopf“ einbrachten.

Kam damals ein Schlossergeselle zu einem fremden Meister, um nach Arbeit zu fragen, so prüfte der ihn auf seine Zunftzugehörigkeit mit der Frage „Katzenkopf?“ – und es war Brauch und Sitte, dass der Geselle antwortete „Stück davon!“

Diese bescheidene Antwort gab er, weil er eingesehen hatte, dass er als Schlosser niemals auslernen, sondern immer nur ein Stück von diesem vielgestaltigen Handwerk beherrschen könne.